Ich habe ein Problem – Wir haben ein Problem!
Hast Du das wirklich? Oder denkst Du Dir die Welt gerade so zurecht, dass Du eines hast?
Der Problembegriff ist in unserer Gesellschaft bekannt und beliebt. Ebenso das Problembewusstsein. Wir problematisieren gerne und viele von uns sind quasi darauf geeicht, Probleme präzise zu orten und sie konkret zu benennen. Doch wie kommt diese Problemorientierung eigentlich zustande?
Wir kennen alle folgendes populäres Beispiel: Ein Glas Wasser ist physikalisch gesehen halb gefüllt. Manche sagen, es sei halb voll – andere, es sei halb leer. Indem ich behaupte, das Glas Wasser sei halb voll oder halb leer, zeige ich sprachlich, wie ich über die physikalische Tatsache denke und sie deute. Diese innere und damit konstruierte Deutung gieße ich nach außen in eine sprachliche Form. Wenn ich von Leere spreche, denke und deute ich quasi von oben nach unten. Dies kann ein Hinweis auf Mangel- und Defizit-Bewusstsein sein. Wenn ich so denke, bewerte ich unterbewusst auch. Das aus dieser Bewertung entstehende Grundgefühl ist hier oftmals die Angst, dass etwas zur Neige geht und bald verschwunden ist. Wenn ich jedoch von Fülle spreche, denke und deute ich von unten nach oben. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass ich zuversichtlich und optimistisch bin. Ich verspüre Hoffnung und Vertrauen, dass die Hälfte bereits erreicht ist und der verbleibende Rest aufgefüllt wird.
Das Verlust- oder Gewinndenken ist jeweils eine konstruierte Bewertung vorhandener Tatsachen. Oft entstehen so Angst oder Vertrauen. Wie ich über Dinge, Situationen und Menschen denke, so forme ich auch meine innere Haltung und meine Gefühlswelt. Und mit dem, was an Gedanken und Gefühlen, an Welt- und Menschenbildern, Glaubenssätzen und Grundeinstellungen in mir ist, begegne ich auch meiner Umwelt. Meine innere Haltung wird zum äußeren Verhalten. Mein Weltbild und meine Empfindung tritt in Resonanz mit meinen Mitmenschen. Wenn ich bspw. ständig besorgt oder schlecht gelaunt bin, werden mir meine Mitmenschen dies auf die ein oder andere Weise spiegeln.
Wir machen oftmals Folgendes, ohne uns darüber bewusst zu sein:
- Wir generalisieren, verallgemeinern (Einzel)Erfahrungen und entwickeln ein Schubladendenken. Vorteil ist, dass unser Gehirn sehr ökonomisch Grundstrukturen schafft, die schnelle Einordnungen zulassen. Nachteil ist bspw., dass wichtige Details ausgelassen werden und ein sehr vages Abbild der Realität konstruiert wird.
- Wir tilgen, lassen einen Teil der Informationen, die wir aufnehmen oder weitergeben, einfach weg. Wir entfernen diese Informationen schlichtweg aus dem Gesamtzusammenhang. Vorteil ist, dass die Informationsflut uns nicht überrollt. Nachteil ist, dass bspw. wichtige Informationen zum Gesamtverständnis ausgeblendet werden.
- Wir verzerren, fokussieren eine Sache übermäßig, machen quasi aus einer Mücke einen Elefanten. Vorteil ist bspw., dass diese Information nun unsere gesamte Aufmerksamkeit hat. Nachteil ist bspw., dass wir keine maßvolle Distanz mehr zu ihr einnehmen, sie gedanklich verformen oder zu unangemessener Wichtigkeit aufblähen.
Das alles tun wir, damit es (insbesondere Neues) in unser bereits bestehendes Weltbild passt. Alles, was nicht passt, wird gedanklich und sprachlich so zurechtgerückt, damit es passt. Genauso entstehen auch Probleme! Dadurch, wie wir Welt denken, deuten, bewerten und fühlen. Und sie verbal und nonverbal kommunizierend erleben und formen.
Wir formen also aus der objektiven Realität unsere subjektive Wirklichkeit. Und damit auch unsere innere Haltung und unsere Gefühlswelt.
Subjektive Wirklichkeit ist nicht objektive Realität! 😊
Deswegen ist es wichtig darauf zu achten, was wir denken und wie wir es denken! Wir selbst sind nämlich Meister darin, uns durch unsere Bewertung der Welt Viren/Trojaner auf die eigene Festplatte zu ziehen. Und die können unser Leben nachhaltig bestimmen oder verstimmen. Es liegt also in unserer Verantwortung auf unser Denken und unsere Bewertungen zu achten!
Glaube nicht alles, was Du denkst! 😊
Im Übrigen: Ein Buddhist behauptet, das Glas Wasser sei zu jeder Zeit vollständig gefüllt! Dies ist auf zweierlei Weise intelligent und weise: Physikalisch gesehen stimmt dies, der Anteil von flüssigem Wasser und gasförmiger Luft variiert im Verhältnis zueinander lediglich. Zudem tritt er mit dieser Aussage ein Stück weit zurück, er betrachtet das große Ganze aus einem neuen Blickwinkel. Deutet und bewertet das Wahrgenommene jenseits verbrauchter Denkmuster neu. Das führt zu einem Bewusstsein permanenter Fülle und einem Gefühl liebevollen Annehmen-Könnens. Interessant, oder nicht? 😉
Mehrblick-Coach unterstützt Dich dabei, blockierende Denk- und Verhaltensmuster aufzuspüren und so umzuwandeln, dass Deine Lebensqualität in allen Bereichen steigt und Du Deine Ziele kraftvoll und zuversichtlich erreichen kannst.